Geschichte der Elektrofahrzeuge Elektrofahrzeuge erleben heute eine Renaissance, waren sie doch lange beinahe komplett vom Markt verschwunden, zwingen die hohen Kraftstoffpreise die Automobilhersteller heute zum Umdenken und es werden immer mehr Fahrzeuge mit alternativen Antriebsmöglichkeiten hergestellt. Elektrofahrzeuge gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts, Quellen zufolge wurde das erste Elektroauto bereits 1839 von dem Schotten Robert Anderson entwickelt und damit ganze 36 Jahre vor dem ersten Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.
1882 stellte Werner von Siemens den Elektromote vor, einen Kutschenwagen, der von einer Oberleitung mit Strom versorgt wurde, es handelte sich dabei um den ersten Oberleitungsbus der Welt. Leider kam der Elektromote niemals zur Serienreife, es blieb bei dem Prototyp auf einer Teststrecke von 540 Metern.
1898 wurde der erste Geschwindigkeitsrekord eines Landfahrzeuges von einem Elektroauto aufgestellt, der Franzose Gaston de Chasseloup-Laubat erreichte mit dem Fahrzeug „Jeantaud Duc“ 62,78km pro Stunde. 1899 wechselte der Geschwindigkeitsrekord dann mehrmals zwischen zwei Fahrzeugen, zum einem der Duc und zum anderem dem CGA Dogcart und am vierten März 1899 fuhr Camille Jenatzky mit dem CGA Dogcart als erster Mensch mit einer höheren Geschwindigkeit als 100km pro Stunde.
Nach 1900 wurde die Entwicklung von Elektrofahrzeugen immer weiter vernachlässigt, weil sie auf große Motoren und schwere Akkus angewiesen waren. Elektrofhrzeuge konnten mit der Reichweite von Verbrennungsmotoren einfach nicht mehr mithalten und bald gab es kaum noch Elektroautos. Nur in einigen Nischenbereichen wurden die Elektroautos weiter erfolgreich produziert und verkauft, vor allem als kleine Lieferwagen für die tägliche Anlieferung von Milchflaschen. Dabei waren sie besonders in Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. Doch durch die sinkenden Hauslieferungen von Verbrauchsgütern sank auch die Verbreitung der sogenannten „milk floats“ im 20. Jahrhundert immer weiter ab.
Durch die Golfkriege und die daraus resultierenden Ölkrisen gibt es seit Anfang der 1990‘ Jahre wieder Bestrebungen der Automobilhersteller, Elektrofahrzeuge als Alternative zu den konventionell angetriebenen Autos anzubieten. Das erste reine Elektroauto auf dem deutschen Markt wurde von Volkswagen hergestellt, es handelte sich dabei um einen Golf mit der Bezeichnung CitySTROMer. Gedacht war er vor allem als Firmenfahrzeug für große Energieversorger. Während der Produktionszeit von 1992-1996 wurden allerdings insgesamt nur 120 Fahrzeuge hergestellt und die Produktion letztendlich eingestellt. Einen ähnlichen Versuch unternahm General Motors mit dem Fahrzeug EV1, das von 1996-1999 in einer Auflage von immerhin 1.100 Stück produziert wurde, bis die Modellreihe eingestellt wurde. Bei beiden Modellen wurde die Produktion laut den Herstellern aus mangelnder Nachfrage eingestellt, Kritiker werfen den Konzernen jedoch noch immer vor, von den Ölfirmen bestochen worden zu sein.
Seit Anfang 2008 entwickeln mehrere kleinere Hersteller bedingt durch den hohen Ölpreis eine Vielzahl von verschiedenen Elektrofahrzeugen, die vermutlich ab 2010 auf dem Markt verfügbar sein werden. Relativ weit verbreitet sind bereits die Hybridfahrzeuge, die auf eine Kombination zwischen Verbrennungs- und Elektromotor setzen. Langfristig werden diese aber wahrscheinlich nur als Übergangslösung zum reinen Elektrofahrzeug nutzbar sein. Durch den hohen Ölpreis verursacht ein Fahrzeug mit einem reinen Elektroantrieb derzeit nur ein Achtel der Kosten, die ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kosten würde.
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